Buch der Woche

05. Juni 2020

{#Sarah}Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel
Paris 1942. Sarahs Familie wird eines Julimorgens von der französischen Polizei geweckt und erhält den Befehl mitzukommen. Sarah sperrt ihren 4jährigen Bruder in den Wandschrank um ihn vor der Polizei zu beschützen und nimmt den Schlüssel mit. Sie glaubt, dass sie und ihre Eltern bald zurückkommen können. Doch die Familie ist jüdischen Glaubens und wird nach einem mehrtätigen Aufenthalt in der Radsportarena Vélodrome d"Hiver in ein Lager außerhalb der Hauptstadt verbracht. Um ihren Bruder zu retten beschließt Sarah zu fliehen. 2002 erhält die in Paris lebende amerikanische Journalistin Julia den Auftrag einen Artikel über die Deportierung der über 12.000 französischen Juden am 16.07.1942 zu schreiben. Bei ihren Recherchen stößt sie auf das ungeklärte Schicksal der 10jährigen Sarah Starzynski das sie nicht mehr loslässt. Auch die Familie ihres Mannes Bertrand hat ein Geheimnis das mit Sarah in Verbindung zu stehen scheint.
Tatiana de Rosnay hat für ihre anrührende wie spannende Geschichte sauber recherchiert. Die Deportierung ist eine der schwärzesten Flecken in der französischen Geschichte, da sie zwar von den Nazis geplant, aber von der französischen Polizei ohne Widerstand ausgeführt wurde. Die Autorin wählte für ihr Buch das fiktive Schicksal der 10jährigen Sarah und macht damit eines der in Wirklichkeit 6 Millionen Opfer des Nationalsozialismus greifbar. Im Januar 2020 wurde die Verfilmung dieses Stoffs im Fernsehen gezeigt.


29. Mai 2020

{#Eine Frau}Annie Ernaux: Eine Frau

Dreizehn Tage nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1986 schreibt Annie Ernaux ein kurzes, schmerzhaftes Requiem. Und lässt die Mutter als Repräsentantin einer Zeit und eines Milieus auferstehen, das auch das ihre war .
Das Leben ihrer Mutter: geboren um die Jahrhundertwende in der Normandie, Arbeiterin, dann Ladenbesitzerin, Ehefrau, zweifache Mut-ter, lebenslustig und offen, Körper und Geist werden später langsam durch Alzheimer zerstört. Das Ende war für die Tochter vorauszusehen, die Wirklichkeit des Todes scheint indessen kaum erträglich.
Zeit ihres Lebens kämpfte die Mutter darum, ihren sozialen Status zu erhalten, ihn vielleicht sogar zu überwinden. Erst der Tochter wird dies gelingen, eine Distanz zwischen den beiden entsteht. Auch darauf blickt Annie Ernaux zurück, voller Zärtlichkeit und Abscheu und Schuldgefühl.


{#Florence}Manfred Vasold: Florence Nightingale
In dieser Biographie beschäftigt sich Autor Manfred Vasold intensiv mit der Herkunft Nightingales. Er beleuchtet das Umfeld in dem sie lebt. Konventionen über Konventionen – eine Frau aus dem Adel darf dies oder jenes nicht tun, soll heiraten, Kinder bekommen und sich langweilen. Diesem Frauenbild entspricht Florence gar nicht.
Die am 12. Mai vor 200 Jahren geborene Florence Nightingale war eine hochgebildete junge Engländerin aus bestem Hause, interessierte sich früh für die Probleme ihrer Umwelt und suchte nach einer Aufgabe, die ihr Leben ausfüllen könnte. Mit der ihr zugedachten Rolle einer untätigen „höheren Tochter“ wollte sie sich nicht abfinden. Sie machte die Erfahrung, dass die Krankenpflege ihrer Zeit – einer Zeit vieler Kriege – sich noch in einem vormodernen Zustand befand, dass weder Ausbildung noch Ansehen der Pflegepersonen existierten. Während eines Einsatzes im Krimkrieg gelang es ihr, das Mitgefühl mit den Kranken mit hoher Professionalität zu verbinden. Florence Nightingale setzte sich leidenschaftlich für Reformen in der Krankenpflege und im Hospitalwesen ein; sie erstellte Statistiken, verfasste und veröffentliche Bücher und nahm auch auf politischer Ebene Einfluss. Das engagierte und bewegte Leben dieser Kämpferin für die Menschlichkeit, über die die New York Times nach ihrem Tode im Jahr 1910 schrieb, dass „nur wenige Leben ... nutzbringender und anregender als ihres“ verliefen, wird hier im Kontext der Zeitumstände erzählt.


15. Mai 2020

{#Martha}Martina Bergmann: Mein Leben mit Martha

Buchhändlerin Martina pflegt ein enges, freundschaftliches Verhältnis zu ihrem Lieblingskunden Heinrich und seiner Lebenspartnerin Martha, sie ist sogar ein wenig verliebt in den exzentrischen Professor – rein platonisch. Als der alte Mathematiker stirbt, steht seine Lebenspartnerin, die demenzkranke Martha, ganz alleine da. Martina hat Heinrich auf dem Sterbebett versprochen, Martha nicht im Stich zu lassen und tatsächlich wagt sie gegen jeden Rat und jeden Vorwurf der Erbschleicherei eine krasse Veränderung in ihrem Leben und zieht in Marthas Haus ein. Martina Bergmann hat viel von sich selbst und von ihrem eigenen Zusammenleben mit einer alten Dame in ihren Roman einfließen lassen. Das macht ihre Geschichte so lebendig, echt und glaubwürdig. Die Sprache, die sie für die Besonderheiten in Marthas durch die Krankheit beeinflusste Handlungen und Aussagen findet, ist faszinierend, beinahe schon poetisch. Seit Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ und „Ommas Glück“ von Chantal Louis das bemerkenswerteste Buch, das sich dem Thema Demenz literarisch nähert. (Susanne Steufmehl Buchberatung Sankt Michaelsbund)


04. August 2017

Im August 2017 gibt es wegen Krankenstand keine weiteren Empfehlungen für ein Buch der Woche.


16. Juni 2017

{#Katzenmond}Andrea Schacht: Jägermond – Im Reich der Katzenkönigin

Haben Sie Lust auf einen Ausflug in eine Fantasy-Welt, in der tigergroße Katzen in wun-derschönen Gartenlauben leben, ihre eigene Religion, ihre eigenen Gewohnheiten und sozialen Probleme haben? Dann greifen Sie zunächst zum Vorläuferband Jägermondsaga-Reihe: „Der Ring der Königin“. Diese neue Serie ist ein absoluter Hochgenuss für Fantasyfans und auch für alle, die auf etwas andere Katzengeschichten stehen, dank der  humorvollen Verarbeitung der Handlung mit sehr sympathischen Charakteren!
Bastet Merit, die Königin des Katzenreiches Tréfelin, besucht unsere Welt, um von ihrer sterbenden Menschenfreundin Gesa Abschied zu nehmen. Doch bei dem Besuch kommt es zur Katastrophe. Bastet verliert ihr magisches Ankh und ist nicht nur in der Welt der Menschen gefangen, sondern auch im Körper einer wehrlosen Hauskatze. Ihre einzige Chance ist der Ohrring, den sie einst Gesa schenkte und der über die gleichen Fähigkeiten verfügt wie das Amulett. Aber Gesa hat den Talisman ihrer Enkelin Felina hinterlassen – und es nicht mehr geschafft, die junge Frau auf ihr Erbe vorzubereiten. Feli ahnt nicht was auf sie zukommt, bis drei ziemlich unerfahrene Kater in Menschengestalt auf der Suche nach ihrer Königin unvermittelt bei ihr auftauchen. Außerdem ist Finn, der Bruder von Felis bester Freundin, ebenfalls in die Sache verwickelt. Und obendrein ist er auch noch in sie verliebt!


09. Juni 2017

 

{#Versprechen,jpg}Christine Kern: Das Versprechen

Die Kaufbeurer Kommissarin Lisa Wagner ist noch dabei, den Tod ihrer Lebensgefährtin zu verarbeiten, als eine Leiche in einem Waldstück gefunden wird. Olga Winter starb durch zweiundvierzig Messerstiche. Zu den Verdächtigen zählen ihre Exfreundin Chlaudia Stein, ihre Mutter Svetlana, welche die Liebesbeziehung der beiden nie akzeptieren wollte, und Olgas Affäre Tobias Sturm. Während die Ermittlungen nur langsam vorangehen, wird ein Mordanschlag auf Tobias verübt. War es derselbe Täter? Lisa Wagner und ihr Kolle-ge Peter Schubert sind ratlos. Irgendetwas haben sie übersehen, und Lisa ist sich sicher, dass zur Aufklärung des Falls ein wichtiges Puzzleteil fehlt. Da verschwindet Chlaudia spurlos ... Christine Kern wurde 1970 in Kaufbeuren im Allgäu geboren. Heute lebt sie mit ihren beiden Söhnen in München, wo sie als Erzieherin mit Grundschü-lern arbeitet. Der Kriminalroman „Das Versprechen“ ist ihre erste Veröffentlichung.

 


02. Juni 2017

{#Trick17}Trick 17 – 365 geniale Alltagstipps

Mittlerweile kennt sie ja jeder, diese Lifehacks bzw. Haushaltstipps für jede Situation und Lebenslage. In dem Buch befinden sich laut Klappentext 365 geniale Lifehacks für alle Lebenslagen und das ist keineswegs übertrieben dargestellt. Man findet zum Beispiel jede Menge praktische Tipps zu Frühling & Garten, Haushalt & Reinigen, Ordnen & Aufbewahren, Basteln & Heimwerken, Wohnen & Leben und vieles mehr. Da ist wirklich für jeden was dabei und quasi auch für jeden Tag.
Das Buch ist relativ simpel aufgebaut und einfach zu verstehen. Manche Tricks kennt man schon, z.B. mit Zeitungspapier die Fenster reinigen. Aber es gibt noch vieles zu entdecken. Ein Trick erklärt, wie man aus leeren Klopapierrollen kleine Anzuchtstationen für Pflanzen basteln kann. Anstatt die Rollen wegzuwerfen, hat man noch eine Verwendung dafür und tut sogar etwas für die Umwelt. Manche Tricks kennt man vielleicht noch von Mama oder Oma, z.B. Wasserflecken mit einer Zitronenhälfte entfernen.
Alles in allem ein wirklich hilfreiches Buch, das eigentlich jedem beim Einzug in die erste eigene Wohnung mitgegeben werden sollte. Es regt dazu an, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und nicht direkt alles entsorgen zu müssen. Selbst kleine Brotbeutelclips und ausrangierte Haarspangen finden eine clevere Verwendung im Haushalt. Man findet im Buch sogar kreative Tipps für Bastelvorschläge und Geschenke. Und Selbstgebasteltes kommt ja eigentlich immer gut an.


12. Mai 2017

 
{#Ackermann} Lea Ackermann: Der Kampf geht weiter  - Damit Frauen in Würde leben können


Auf knapp 150 übersichtlich gestalteten Seiten erzählt die 1937 im Saarland geborene Lea Ackermann, wie ihr (katholischer) Glaube sie schon von Kindesbeinen an bewegt und ihr Leben nachhaltig beeinflusst hat. Nach Banklehre und ersten Berufsjahren geht sie 1960 mit 23 aus Überzeugung ins Kloster, allerdings nicht, um dort hinter Klostermauern stille Einkehr zu pflegen, sondern um hinauszugehen und die weite Welt zu sehen. Nach theologischen Studien geht sie, eine "Missionsschwester unserer Lieben Frau von Afrika", als Lehrerin, später Direktorin an eine Schule in Nyanza, Ruanda. Weitere Studien mit Promotion an der LMU München folgen, als Bildungsreferentin bei Missio München und Dozentin der Katholischen Universität Eichstätt ist sie bis 1984 tätig. 1985 nach Kenia entsandt, beginnt sie als "streetworkerin" mit jungen sich prostituierenden Frauen Kontakt aufzunehmen, um ihnen Hilfe anzubieten. Mit nichts außer ihrem festen Glauben, vielen Bettelbriefen und Gottvertrauen gründet sie SOLWODI "Solidarity with Women in Distress", eine NGO mit inzwischen 34 Beratungs- und Kontaktstellen landesweit. 1987 Gründung von SOLWODI Deutschland als Anlaufstelle für Migrantinnen in Not, Opfer von Menschenhandel, Zwangsehen, Beschneidung u.v.m. Sr. Lea berichtet auch von ihrem Zweifel an der Institution Kirche heute, dem Umgang der katholischen Kirche mit Frauen und Andersdenkenden, ihrem festen Glauben und Gedanken zum Altwerden, Sterben und dem Tod. Sie sieht ihr Engagement in der Nachfolge Jesu, der als Menschwerdung Gottes für dessen Idee einer gerechten Welt für ALLE stand. (Elisabeth Bachthaler, Michaelsbund)


05. Mai 2017


{#Pflanzen}

 

Angela Weinhold: Wir entdecken die Pflanzen

Es wird endlich Frühling und wie wir Menschen freuen sich auch die Pflanzen über Sonne und Wärme, denn Pflanzen sind uns ähnlich: Sie kommen klein zur Welt, atmen, suchen nach Nahrung, wachsen, bekommen Nachwuchs und sterben irgendwann. Sie haben Freunde und Feinde. Sie müssen sich vertei-digen und mit ihren Nachbarn auskommen. Pflanzen sind Lebewesen wie Menschen und Tiere. Dieses herrliche Sachbuch, das sich besonders an Kin-der zwischen 4 und 7 Jahren wendet, lädt ein die Wunderwelt der Pflanzen kennenzulernen.
Warum haben Pflanzen Wurzeln? Warum duften Blüten? Und wieso brennt die Brennnessel? Dieser Band der Reihe „Wieso, Weshalb, Warum“  gewährt faszinierende Einblicke in die Pflanzenwelt, erklärt anschaulich und spielerisch, wie viel Kraft bereits in einem winzigen Samenkorn steckt und wie Kakteen trotz großer Dürre überleben können. Naturalistische Illustrationen ermöglichen es kleinen und großen Nachwuchsbotanikern, Pflanzen in der Natur wiederzuerkennen und zu bestimmen. Es vermittelt Basiswissen zu einem der wichtigsten Sachthemen kindgerecht und spielerisch und besticht durch seine wunderschönen Darstellungen.


28. April 2017

 

{#Tuchvilla}

 

Anne Jacobs: Die Tuchvilla

Die Autorin Anne Jacobs erfüllte sich mit dem Roman „Die Tuchvilla“ einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte.
Augsburg, 1913: Im Herrenhau11.873s der mächtigen Industriellenfamilie Melzer tritt die junge Marie eine Anstellung an. Die Waise soll als Küchenmädchen in der Tuchvilla arbeiten. Nachdem sie sich schon in einigen Stellungen als aufmüpfig gezeigt hat, ist dies ihre letzte Chance. Auch hier fällt sie nicht gerade durch demütiges Verhalten auf, sondern zeigt sich selbstbewusst und durchaus zu Widerworten bereit. Freunde macht sie sich damit unter den anderen Dienstboten nicht, doch anscheinend legte die Herrschaft Wert darauf, dass sie eingestellt wurde und so arrangiert man sich mit ihr. Doch warum wurde sie überhaupt in die Tuchvilla geholt, steckt hier ein Geheimnis dahinter?
Im weiteren Verlauf freundet sich Marie immer mehr mit Katharina, der jüngeren Tochter des Hauses, an und auch deren Bruder Paul scheint sich mehr für Marie zu interessieren, als sich das für ein Küchenmädchen geziemt. Spannend bleibt das dicke Buch bis zuletzt, vor allem durch das Geheimnis um Maries Herkunft und das Motiv der Melzers, sie in ihren Haushalt aufzunehmen. Und wem es gefällt, der darf sich auch schon auf Band 2 und 3 freuen.


21. April 2017

{#Henze} Christian Henze: Make my day

Das neue Kochbuch von Christian Henze ist auch nach der Fastenzeit aktuell und empfehlenswert.

BISHER: Wir arbeiten und arbeiten. Und wir naschen den ganzen Tag. Wir ärgern uns, weil wir zunehmen und nehmen uns fest vor, ab morgen NIE wie-der Schokolade zu essen. Und wir werfen unseren überambitionierten Plan spätestens morgen wieder über Bord. Was uns fehlt, ist eine perfekte Eat-Life-Balance, die wieder Leichtigkeit und Genuss in unser Leben bringt.
HEUTE: In diesem Buch stellt er uns die Henze-Methode vor: über 80 Rezep-ten, viele Basics zu ausgewogener Ernährung und Sport und zahlreiche einfa-che Tipps und Tricks für ein gesundes, besseres Leben.
Die Henze-Methode soll dabei nicht das zehnte oder hundertste Kochbuch sein, sondern viel mehr: eine kleine Anleitung zum Lebensgenuss. Und dafür ist gutes Essen eben unverzichtbar. Die Rezepte sind etwas besonderes, da-bei aber praxistauglich. Das Nachkochen soll Spaß machen und leicht sein, und keine Herausforderung. Also alltagstauglich, in den Tagesablauf integrier-bar und voller Genuss und Freude. Und ohne Dogma, für jeden so wie er kann und mag. Für den einen ein üppiges Frühstück, für den anderen reicht viel-leicht ein Glas Saft, aber dafür eine Zwischenmahlzeit die Kraft bringt. Jeder kommt so perfekt durch den Tag. Schlank und fit sein und dabei voller Genuss leben, das ist ganz einfach mit der Henze-Methode! Dank Christian Henze er-fahren wir, wie Lebensgenuss funktioniert.


07. April 2017

{#Lutherzeit}Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde

 

Im Jahr 2017 feiern wir 500 Jahre Reformation – Grund genug ein Buch über das Leben zur damaligen Zeit zu lesen. Allerdings sollte man sich Zeit für dieses gut recherchierte Buch nehmen. Nach einer Einleitung ist das Buch in 13 Kapitel gegliedert und es endet mit einem über 63-seitigen Anhang, in dem neben dem üblichen Quellen- und Literaturverzeichnis, lustigerweise auch ein Schimpfwörter ABC abgedruckt ist. Alle Kapitel lassen sich auch einzeln lesen, bzw. helfen bei Recherchen zu einem bestimmten Thema. Der Autor Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter. Wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augs-burger Kontor über die Schulter, lernen Albrecht Dürer beim Malen kennen und Hans Sachs beim Versemachen kennen. Wir erfahren wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Der Leser begleitet Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung und begleitet sie auf ihrer Flucht vor der Pest aus Wittenberg.


31. März

{#1221339600001Z}Rolf Zimmermann: Aufsteigen mit dem neuen Zeppelin NT


Zum 100. Todestag von Ferdinand Graf von Zeppelin (08.03.2017) schmückt dessen Porträt derzeit den Zeppelin NT (Neue Technologie). Zudem trägt das Luftschiff, das regelmäßig über dem Bodensee seine Runden dreht, die Aufschrift „Visionen leben“. Der Graf wurde 1838 in Konstanz geboren und begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Friedrichshafen aus, seine Pläne von einem lenkbaren Luftschiff zu realisieren. Im Juli 1900 starte der erste Zeppelin am Bodensee. Am 8. März 1917 starb Ferdinand Graf von Zeppelin nach einer Operation in Berlin.

Im vorliegenden Buch werden die Rundflüge über den Bodensee durch den Autor Dr. Rolf Zimmermann beschrieben, mit allen Besonderheiten aus der Sicht eines Passagiers. Auch eine leicht verständliche Einführung in die moderne Technik des Zeppelins NT wird gegeben. Ein ausführlicher historischer Rückblick erfolgt im letzten Teil des Bildbandes in Bezug auf das Leben und Werk des Grafen Zeppelin und auch auf die großen Zeppeline des vorigen Jahrhunderts.


24. März 2017

 

{#Sophia}Rafik Schami: Sophia
Ein Mord in Damaskus und eine Liebe, die Leben retten kann.
Erzählt wird die Geschichte des syrischen Exilanten Salman, der nach seiner Flucht aus Syrien in Rom eine zweite Heimat findet und Anfang Dezember des Jahres 2010 nach einer Generalamnestie voller Sehnsucht in seiner Heimat Damaskus seine Familie besucht. Dort wird er nach kurzer Zeit von einem missgünstigen und geldgierigen Verwandten in hoher Geheimdienstposition verunglimpft und verfolgt, so dass ihm eine Gefängnisstrafe und die Hinrichtung drohen. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt die Liebesgeschichte von Karim und Aida, die aus vielen Rückblicken auf ihre Vergangenheit besteht. Beide Erzählstränge haben als verbindendes Element Sophia, Salmans Mutter und die Geliebte Karims in dessen Jugend. Damals geriet Karim unter Mordverdacht und Sophia rettete sein Leben. Nun braucht sie Karims Hilfe, um ihren einzigen Sohn Salman zu retten. - Der Roman gewährt Einblick in die arabische Kultur, die syrische Denkweise und die Situation in Syrien zu Beginn der Revolution gegen Assad. Auch an interessanten kulturellen Vergleichen spart Rafik Schami nicht und stellt bei allen Konflikten und Auseinandersetzungen die Himmelsmacht der Liebe mit Recht und Vehemenz ganz obenan. (Eva Riggs, Michaelsbund)


 


10. März 2017

{#gagamba}

Francisco Sionil José: Gagamba
Thema des Weltgebetstags für Frauen waren in diesem Jahr die Philippinen. Ein interessantes Bild der philippinischen Gesellschaft spiegelt sich in diesem 2014 erschienen Roman.
Ein Erdbeben erschüttert Manila am 15. Juli 1990 und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Doch nur ein Haus stürzt komplett in sich zusammen: Das Camarin, ein Nobelrestaurant, das auch als Nachtklub und Bordell fungiert. Alle Besucher und Menschen, die sich in dessen Umgebung aufhalten, werden verschüttet, nur drei überleben. Doch nicht nur ihre Geschichten erzählt F. Sionil José in diesem Roman. Auch denen, die sterben werden, widmet er einzelne Kapitel: Dem Besitzer des Camarin ebenso wie Gagamba, dem Spinnenmann, der vor dem Etablissement Lose verkauft, dem jungen landflüchtigen Paar, dem Kellner, dem US-amerikanischen Touristen, dem japanischen Geschäftsmann, dem Menschenrechtler, dem Regimegewinnler, dem Senator, dem Immobilienmakler, dem Major und dem Pater. Der Tagesablauf mit Rück- und Vorblenden jedes einzelnen wird hier beschrieben. Ein Tag als Sinnbild für ein ganzes Leben oder besser für verschiedene ganze Leben. Ein Bordell/Nobelrestaurant als Mikrokosmos der philippinischen Gesellschaft. Und ein Erdbeben als Metapher für die notwendige Erschütterung [derselben], um zu einem neuen Aufbruch zu kommen, wie die Philippinenkenner Rainer Werning und Rüdiger Sareika im Handbuch „Philippinen“ treffend resümieren.


03. März 2017

Der let{#der letzte Schrei}zte Schrei - Ein Schulkrimi aus dem CvL Kempten
Der Schul-Krimi des Carl-von-Linde -Gymnasiums“ Der letzte Schrei“ ist kurz vor Weihnachten erschienen! Ein Jahr lang schrieb das P-Seminar „Krimi“ an dem spannenden und tragischen Mordfall, bis es stolz das fertige Werk präsentieren konnte! Dass es noch rechtzeitig vor Weihnachten fertig wurde, ist vor allem auch Herrn Edele vom Verlag Tobias Dannheimer zu verdanken, der das Seminar tatkräftig als Lektor und Verleger unterstützt hat.
Die beneidete Streberin, der eigenartige Außenseiter, die hübsche Beliebte, der umschwärmte Coole… An jeder Schule findet man diese Typen. So auch in der Q12 des Carl-von-Linde-Gymnasiums in Kempten. Da bleibt es nicht aus, dass es immer wieder zu Streitereien und Auseinandersetzungen kommt – vor allem bei dem Stress kurz vor dem Abitur! Zwischen Mila, der Tochter des Englischlehrers und ihren Freundinnen und Freunden sind die Differenzen doch so unüberbrückbar, dass es zu einer Katastrophe kommt. Trotz vieler Verdächtiger lässt sich kein Mörder überführen. So ist der Leser selbst gefordert eine Lösung zu finden – wenn er es nicht vorzieht, den Bekennerbrief im Anhang zuerst zu lesen.
Der Mordfall ist zwar fiktiv – aber alles andere ist höchst authentisch! Das CvL selbst und viele Lehrer und Schüler spielen quasi selbst mit und machen den Krimi zu einem „must-have“ eines jeden CvL-ers!


24. Februar 2017

 

    {#Neuland}         Eshkol Nevo: Neuland   
Dori, Geschichtslehrer, verheiratet und Vater eines fünfjährigen Sohnes, ist mit seiner Situation sehr unzufrieden. Da kommt es ihm gerade recht, dass sein Vater Meni Peleg, der seit seiner Rückkehr aus dem Yom-Kippur-Krieg traumatisiert ist, während seiner Reise nach Südamerika plötzlich nicht mehr zu erreichen ist und als verschollen gilt. Er engagiert Alfredo, der auf die Suche nach Verschwundenen spezialisiert ist. Ge-meinsam durchreisen sie mehrere Länder in abenteuerlicher Suchfahrt durch den Dschungel und finden immer wieder Spuren des Vaters. Die Lebens- und Familiengeschichte(n) erzählt der israelische Autor Eshkol Nevi wie nebenbei. Im zweiten Teil wird die Geschichte aus der Sicht Inbars erzählt, die sich in beruflicher und privater Lebenskrise befindet, ihre Mutter in Berlin besucht und spontan beschließt, nicht nach Israel zurückzukehren, sondern nach Peru zu fliegen. Im dritten Teil begegnet sie dort Dori und Alfredo. Vermischt mit und eingestreut in die Haupthandlung erfährt der Leser vom Schicksal der Großelterngeneration, von deren Flucht und Einwanderung nach Israel sowie übeEshkol Nevo: Neulandr die Kriegssituation im Land. Schließlich kommt es zum Treffen mit dem Vater in einer kibbuz-ähnlichen visionären Siedlung "Neuland" in Argentinien, von der im vierten Teil erzählt wird. In Anlehnung an Theodor Herzls Vision von "Altneuland" wirbt Meni Peleg für ein Leben der Gleichheit und des Verzichts. -

Ein historischer Roman, warm und menschlich, in einer herrlichen Sprache erzählt.

 


17. Februar 2017

Carola Härle: Madeleine

{#Madeleine}1927 – Madeleine ist 16 Jahre alt, als sie mit ihrer Familie vom Ruhrgebiet an den Bodensee umzieht, wo ihr Vater hofft sein Lungenleiden, das er sich durch die Arbeit im Kohlebergwerk zugezogen hat, zu kurieren. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Maria erlebt sie dort die ersten Arbeitsjahre, die ersten Schwärmereien und folgt dem Unternehmen Nestlé nach Hegge in Allgäu. Die Autorin Carola Härle, die 1964 in Waltenhofen geboren wurde und heute in Görisried lebt, hat sich vom Leben ihrer Großtante inspirieren lassen. So erzählt sie gefühlvoll wie die lebenslustige, attraktive und etwas rebellische Madeleine ihre Jugend am Bodensee erlebt, dort eine Arbeit bei Nestlè findet und schließlich zusammen mit ihrer Schwester Marie nach Hegge übersiedelt, weil dort beide eine ordentliche Arbeit in dem Betrieb finden. Einfühlsam beschreibt sie die Zeit der ersten Liebe und Partnersuche der beiden Schwestern, ihre Heirat und die schwere Zeit, die der zweite Weltkrieg für beide bedeutet. Viele Allgäuer Leser werden Geschichten aus Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern wiedererkennen, wenn zum Beispiel von der Sprengung der Kemptener Brücken berichtet wird. Die historischen Ereignisse sind allerdings nur der Hintergrund für die Lebensstationen dieser mutigen Frau, die sich von ihrem Nazi-Ehemann scheiden lässt und in einen französischen Besatzer verliebt.


10. Februar 2017

10. Februar 2017 Roland Haug / Julian Knischek: Knast & Kater

Bei {#Unbenannt}der Feier ihres Schulabschlusses im Sommer 2015 in Griechenland fließt sehr viel Alkohol. An einem lauen Abend kommen die beiden, die am Allgäu Gymnasium ihr Abitur machten, auf die Idee, von der Burg Korfu eine vier mal vier Meter große griechische Flagge einzuholen und als Beute aus einem nicht öffentlich zugänglichen Bereich mitzunehmen. Die Aktion auf dem UNESCO-Weltkulturerbe und Wahrzeichen der Insel wird jedoch bemerkt, und schnell macht die Polizei die beiden Diebe ausfindig. Leugnen wäre auf jeden Fall zwecklos gewesen, denn das am Tatort verlorene Handy mit einschlägigen Fotos lieferte alle nötigen Beweise. Nach einer ersten Nacht im Knast und einem Gespräch mit einem Pflichtverteidiger scheinen die beiden mit dem Schrecken davonzukommen. Die Erholung von den Ereignissen der letzten Nacht am Strand endet jedoch mit einer zweiten, furchteinflößenden Festnahme. In Handschellen und schwerbewaffneter Begleitung werden die beiden Allgäuer vor Gericht gebracht. In der schnell angesetzten Verhandlung will eine Staatsanwältin die Motive dieser Aktion doch genauer untersuchen und will wissen, ob es sich um eine politisch motivierte Demütigung oder gar um die Schändung eines nationalen Symbols handelte. Zum Glück können die beiden glaubhaft versichern, dass allein ihr Imponiergehabe Anlass für die Tat war und so können sie mit ihren Klassenkameraden erleichtert die Heimfahrt antreten – allerdings mit einer dreijährigen Bewährungsstrafe.


03. Februar 2017

{#haus_wellen}Lucy Clarke: Das Haus, das in den Wellen verschwand

Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das ganz große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Globetrotter, die mit ihrer Yacht "The Blue" von den Philippinen nach Neuseeland segelt.
Dass bereits im Prolog eine Leiche auftaucht, wirft dunkle Schatten voraus auf die Geschichte der beiden Freundinnen Lucy und Kitty. Wenn man in Kapitel 1 dann auch noch unvermittelt erfährt, dass die majestätische Yacht "The Blue" gesunken ist und die Crew vermisst wird, ist man als LeserIn unwiderruflich gefesselt. In Rückblicken schildert Lucy, wie sie und ihre Freundin in die Crew aufgenommen werden, welche Geheimnisse die Crewmitglieder mit sich herumtragen und wie es dazu kam, dass sie die Yacht verlassen hat.
Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, packend und ruhig - und doch wird die Spannung von Seite 1 an konstant hoch gehalten. Ein echtes Lesevergnügen und bestens geeignet, die momentanen kalten Temperaturen draußen zu vergessen.





Im Leserkonto anmelden.